Die Hand des Malers Emil Nolde Für einen TV-Film schlüpft Volker Huschitt in die Rolle des Expressionisten Nolde-Szenerie in Molfsee: Volker Huschitt arbeitet vor der Kamera am Selbstporträt des Meisters. Von Sabine Tholund (Kieler Nachrichten, September 2005) Molfsee - Der 50. Todestag von Emil Nolde im kommenden Jahr regt den Dokumentarfilmer Wilfried Hauke an, Leben und Werk des 1867 im Dörfchen Nolde nahe Tondern als Emil Hansen geborenen Künstlers nachzuspüren. Nolde - Leben und Landschaft eines Malers heißt sein 60-minütiger TV-Film. Im Freilichtmuseum Molfsee fand Hauke das nötige historische Flair für einzelne Spielszenen, ansonsten wurde an Originalschauplätzen gedreht: auf Alsen, in Nolde, Utenwarf und natürlich in Seebüll, wo die Stiftung Ada und Emil Nolde dem Team die Archive öffnete. Wilfried Hauke will das dokumentarische Material durch ein paar „Inszenierungen" beleben, um dem Menschen Emil Nolde auf die Sprünge zu kommen. Der Kieler Maler Volker Huschitt ist für diese Szenen in die Rolle des berühmten Kollegen geschlüpft. Huschitt, im eigenen Künstlerleben Spezialist für surreale Bildwelten, macht es „Spaß, mal ganz anders zu malen." Und Hauke ist vom Können seines „Hand-Models" begeistert. Im Garten von Seebüll habe er „täuschend echt" das berühmte Mohnblumen-Aquarell nachgemalt - „er ist sensationell!" In Molfsee nimmt Volker Huschitt sich eines der wenigen Selbstporträts von Nolde vor, das im nordfriesischen Utenwarf entstand und den 50-jährigen Künstler mit Strohhut zeigt. Ein niedriger, enger Raum in einem alten Friesen-haus bildet das atmosphärisch stimmige Ambiente für die stumme kleine Szene, die den Maler bei der Arbeit zeigen wird. Mit Strohhut und heller Weste über weißem Hemd dem Porträt optisch angeglichen, steht Huschitt vor der Staffelei, auf dem eine zuvor von ihm gefertigte Rohfassung des berühmten Bildes auf Vollendung wartet. Links neben ihm lehnt ein schöner alter Spiegel - den braucht er, um hin und wieder einen prüfenden Blick zwischen seinem Spiegelbild und dem Gemälde schweifen zu lassen. „Natürlich sieht der Zuschauer, dass diese Bilder inszeniert sind. Es soll auch nicht der Eindruck eines Spielfilmes geweckt werden. Wir wollen mit der Kamera einfach möglichst dicht herangehen und zeigen, wie die Bilder entstanden sind", sagt Hauke. Im Nebenraum verfolgt er die Dreharbeiten am Monitor. Die Nebelmaschine spuckt graue Schwaden aus „Filmdunst" der das Bild weich zeichnen soll. Dann heißt es: „Ruhe bitte, und action". Kameramann Boris fängt die Rückenansicht des Malers zwischen Spiegelbild und Selbstporträt ein – ein perfekter Bildausschnitt. Dazu hört man das Kratzen des Pinsels auf der Leinwand, ein Zoom zeigt die Hand des Malers mit der Palette, nach und nach verfeinern sich die Züge des skizzierten Porträts - die Ähnlichkeit mit dem Original ist verblüffend. Im Team haben sich für die vor Ort gemalten Bilder des „Nolde-Models" aus Kiel schon Interessenten gefunden.
|